Die Schenkberger Mühle

 

 

Nur noch wenige werden heute noch wissen, dass es bei uns bis in die 30er Jahre eine Windmühle (Kornmühle) gab. Die Mühle stand auf einer kleinen Anhöhe an der Hauptstraße in Groß Schenkenberg gegenüber der Einmündung zur Grinauer Straße. Erbaut wurde die Mühle 1739. 

 

 

Schenkenberger Mühle um 1910
Schenkenberger Mühle um 1910

Schenkenberg war seit 1673 im Besitz der Hamburger Ratsfamilie von Wetken. Das benachbarte Trenthorst schon seit 1584, sodass anzunehmen ist, dass die Schenkenberger spätestens seit 1673 zur Trenthorster Kornwassermühle zwangsverpflichtet waren. Dies wird dann eindeutig aus einer Vereinbarung  von ca. 1720 zwischen Thomas Hieronymus von Wetken und Hartwig von Wetken auf Trenthorst bestätigt.

 

Die erste Schenkenberger Windmühle war eine Bockwindmühle und lag an derselben Stelle, wie der 1937 abgerissene Gallerieholländer. Diese Bockmühle wird kurz vor 1739 vom Gutsherrn von Wetken erbaut worden sein, denn 1739 wird der Müllerknecht Schade im Krummesser Kirchenbuch genannt und in der Karte von 1740 ist diese Mühle schon verzeichnet. 

 

Da die Trenthorster Wassermühle bereits vor 1372 bestand und dort auch schon am Angang des 18. Jahrhunderts eine Windmühle vorhanden war, ist schwer zu sagen was den Schenkenberger Bau veranlasste. 

 

 

 

 

Auss. Vahrendorfsche Karte 1789
Auss. Vahrendorfsche Karte 1789

Wie fast alle Mühlen im Lauenburgischen ist auch die Schenkenberger Mühle eine Zwangsmühle. Zur Mühle gehörten Groß Schenkenberg und Rothenhausen. Die Zwangsmahlgäste waren unter Strafe verpflichtet ihr Mehl hier mahlen zu lassen. Falls der Müller diesem nicht innerhalb von drei mal 24 Stunden nachkommen konnte, war es z. B. aus Wassermangel oder Reparatur, durften die Mahlgäste eine andere Mühle ihrer Wahl aufsuchen und dort ihr Mehl mahlen lassen.

 

1787 verhandelt das Adlige Gericht Bliestorf in Sachen eines Vertrages zwischen dem Schenkenberger Müller Warnecke gegen Otto Kähler.

 

 

Die Mühle im Oktober 1936
Die Mühle im Oktober 1936

Seit 1798 ist die Windmühle laut Erbpachtvertrag mit einer Hufe verbunden. Im Schenkenberger Hypothekenbuch (ab 1802) wird die Mühe unter Hufe Nr. 4 geführt und war 1802 mit einer Hypothek von 500 Reichstalern belastet.

 

Ab ca. 1904 ist hier der in Sülten/Meckl. geborene Müller Johann Peters Pächter. Dieser erspartes sich hier als Meister soviel Geld, dass er sich um 1914 die Lübeck-Niendorfer Mühle kaufen konnte.

 

Der letzte Schenkenberger Müller, Otto Wulf, hatte laut Auskunft von Frau Krüger, geb. Wulf noch beim Krummersser Kornmüller Brede gelernt. Er lässt die Mühle nach dem 2. Weltkrieg abbrechen.

 

                                                                                                                         

 

 

 

 

 

 

Quelltexte und Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Guido Levin Weinberger, Lübeck


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